MENU

Das Neue Gartenfeld BF 35, Berlin | Deutschland

181 Wohnungen, Gewerbenutzungen und soziale Dienstleistungen

Das geplante Wohngebäude setzt sich aus drei thermisch getrennten, sechs- bis achtgeschossigen Baukörpern zusammen, die über eine unbeheizte Laubengangerschließung mit außenliegenden Treppen miteinander verbunden sind. Das U-förmige Gebäude umschließt den gemeinschaftlich genutzten, begrünten Innenhof. Das Bauvorhaben ist in Teilen unterkellert. Im Erdgeschoss der Häuser 1 & 2, welches aus Stahlbeton realisiert wird, sind Gewerbenutzungen mit einem Schwerpunkt auf die Quartiersversorgung sowie soziale Dienstleistungen vorgesehen. Die Wohnnutzungen im Hochparterre von Haus 3 sowie in den Obergeschossen aller Häuser werden in b_solution Systembauweise aus Massivholz errichtet. Die Dächer sind als gefällelose, begrünte Retentionsdächer, mit Dachgartenflächen und Photovoltaik-Anlageflächen, geplant.

Gartenfeld 35, Haus 1 Boulevard © ALAS Alarcon Linde Architects PartGmbB
Das Neue Gartenfeld BF 35, Berlin | Deutschland
Das Neue Gartenfeld BF 35, Berlin | Deutschland

Fakten

Ort Berlin-Siemensstadt, Deutschland
Baubeginn Tiefbau/Erdbau Q3 2026
Baubeginn Holzbau Q2/Q3 2027
Übergabe (geplant) Q4 2028

Bauherr Wohnungsbaugenossenschaft „Am Ostseeplatz“ eG
Architektur ALAS Alarcon Linde Architects PartGmbB
Tragwerksplanung Holzbau b-solution GmbH
Tragwerksplanung Massivbau ZRS Architekten Ingenieure
TGA Planung Building Applications Ingenieure
Brandschutz Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH
Schallschutz AiR Ingenieurbüro GmbH
Wärmeschutz ZRS Architekten GvA mbH

WNF 9.218 m2
Wohneinheiten 181 Wohnungen, davon 134 barrierefrei
Brandschutz GK5 bzw. Sonderbau
Wärmeschutz EH 40 (KFN)
Schallschutz erhöhter Schallschutz gem. DIN 4109-5
Zertifizierung DGNB-Zertifizierung und „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG)

Nachhaltigkeit & Artenschutz

Das Bauvorhaben verfolgt einen hohen Nachhaltigkeitsanspruch, insbesondere in Bezug auf das Materialkonzept und die besonderen Maßnahmen zum Erreichen der Klima- und Artenschutzziele. Das Gebäude wird nach den Kriterien des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude QNG geplant und gemäß DGNB zertifiziert. Die thermische Hülle der Häuser und deren haustechnische Anlagen erfüllen den Effizienzhaus-40-Standard. Ein Großteil des Gebäudes, alle Bauteile der Obergeschosse sowie das Hochparterre von Haus 3, sind in Holzbauweise geplant. 

Das Bauvorhaben verfolgt das Ziel, die in der Stadt lebenden Wildtierarten und Insekten als Teil der „Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt“ zu schützen. Dafür werden fassadenintegrierte Quartiere und Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse geschaffen. Fassaden- und Attika-Details werden so gestaltet, dass verschiedene Höhlen- und Nischenbrüter geeignete Hohlräume für das Anlegen von Nestern und Schlafquartieren finden können.

Das Neue Gartenfeld BF 35, Berlin | Deutschland
Das Neue Gartenfeld BF 35, Berlin | Deutschland
Das Neue Gartenfeld BF 35, Berlin | Deutschland

Nutzungskonzept

Neben dem Hochparterre von Haus 3 dienen die Obergeschosse der Wohnnutzung. Im Hinblick auf die unterschiedlichen sozialen Gefüge und Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner:innen wird dabei ein bunter Wohnungsmix von 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen – von Single-Wohnen bis Familien-Wohnen – abgebildet. Die 1-, 2- und 3-Zimmer-Wohnungen vom 1. bis 5. Obergeschoss in Haus 1 sind gemäß Barrierefreies Wohnen Verordnung Berlin geplant und haben ihren Wohnungseingang am Laubengang. Ein Teil der Wohnungen erhält einen schwellenlos zugänglichen Balkon am Laubengang zum Innenhof orientiert, die anderen Wohnungen haben ihren barrierefrei zugänglichen Freibereich in Form von unbeheizten, offenen Erkern straßenseitig zur Alandstraße (Boulevard) orientiert. Die 3-Zimmer-Maisonette-Wohnungen im Staffelgeschoss von Haus 1 erstrecken sich als 2-geschossige Wohneinheit mit einer innenliegenden Treppe vom 6. bis ins 7 Obergeschoss und erhalten jeweils eine kleine Terrasse, die zur Alandstraße (Boulevard) orientiert ist. Die Maisonette-Wohnungen werden vom Laubengang im 6. Obergeschoss erschlossen. Die großen 4- und 5-Zimmer-Wohnungen in Haus 2 vom 1. bis 6. Obergeschoss werden ebenfalls vom Laubengang, an den die barrierefrei zugänglichen Balkone angegliedert sind, erschlossen. Diese Wohneinheiten erfüllen alle mindestens die Anforderungen gemäß Barrierefreies Wohnen Verordnung Berlin BWoV BE (B120). Eine 4-Zimmer-Wohnung pro Geschoss ist darüber hinaus gemäß DIN 18040-2 barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar (B150). Die 5- Zimmer-Wohnung pro Geschoss erfüllt den erhöhten Plus-Standard (B120+). Alle Aufenthaltsräume sind gemäß §47 (2) BauO Bln ausreichend belüftet und mit Tageslicht belichtet. Sie haben Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von mindestens einem Achtel der Netto-Grundfläche des Raumes. 

Das Gebäude ist teilunterkellert; unterhalb der Erschließungsfugen und Haus 2. Hier befinden sich neben den notwendigen Technikräumen u.a. auch die gemeinschaftlich genutzten Wäscheräume mit Waschmaschinen für die Bewohner:innen sowie die Rollstuhlabstellplätze der B150-Wohneinheiten. Darüber hinaus sind Lagerflächen vorgesehen, die perspektivisch den Gewerbemietflächen im Erdgeschoss zugeordnet werden können. Die Dächer von Haus 1 und 2 werden für die Aufstellung von Photovoltaik-Paneelen gemäß Solargesetz Berlin genutzt. Das Gewächshaus und der gemeinschaftlich genutzte Dachgarten auf dem Dach von Haus 3 bietet den Bewohner:innen Platz und Möglichkeit für Urban Gardening. Die für die Wohnbebauung erforderlichen Spielplatzflächen werden im Innenhof realisiert.

Cluster-Gemeinschaftswohnen

Die Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnprojekten in Berlin ist groß. Eine Antwort darauf ist das Cluster-Gemeinschaftswohnen. Dieses bietet durch gut geschnittene Wohneinheiten sowie großen Gemeinschaftsflächen eine flächeneffiziente Lösung, die eine eigene Rückzugsmöglichkeit mit gemeinschaftlich genutztem Wohn-/ Ess- und Kochbereich kombiniert. 

Das Konzept des Gemeinschaftswohnens wird dabei über die klassische Studenten-WG hinaus erweitert und ermöglicht zum Beispiel generationenübergreifendes Wohnen. Cluster-Gemeinschaftswohnen leisten damit einen Beitrag, den demographischen und sozialen Veränderungen der modernen Gesellschaft zu begegnen.

Einige Wohneinheiten (in Haus 2 und 3) werden über Gemeinschaftsflächen wie eine große Hauptküche, Wohn- und Esszimmer, Wohnflure sowie Balkone zu Cluster-Gemeinschaftswohnungen zusammengefasst. Zu den Gemeinschaftsflächen gehören auch Nebenflächen wie z. B. Abstellräume und Garderoben. Das Cluster-Gemeinschaftswohnen ist eine Erweiterung der klassischen Wohngemeinschaft. Es bietet erhöhten Wohnkomfort und mehr Privatheit, da jede Wohneinheit innerhalb des Clusters mit einem eigenen Bad, einem Anschluss für eine Miniküche sowie einer Abstellraum-Nische ausgestattet ist.

Gartenfeld 35, Haus 4 Innenhof © ALAS Alarcon Linde Architects PartGmbB
Gartenfeld 35, Laubengang © ALAS Alarcon Linde Architects PartGmbB
Gartenfeld 35, Gasse am Kanal © ALAS Alarcon Linde Architects PartGmbB

Bauordnungsrechtliche Einstufung

Das Gebäude ist gemäß § 2 (3) Nr. 5 BauO Bln in die Gebäudeklasse 5 einzuordnen, da die maximale Fußbodenhöhe des obersten Aufenthaltsraumes 21,32m (Haus 1) über dem mittleren Geländeniveau liegt. Aufgrund der Ausdehnung des Gebäudes mit einer Bruttogrundfläche von > 1.600 m2 der maximalen Geschossausdehnung ist das Bauvorhaben als Sonderbau gemäß § 2 (4) Nr. 3 BauO Bln einzustufen.

Rendering: ALAS Alarcon Linde Architects PartGmbB